Wir schreiben die Jahre 1934 und 1937 PDF Drucken E-Mail

 

1934 - Die Nazis mischen sich ein


Wie schon in der Geschichte des Schützenvereins erwähnt wurde, war der Verein gezwungen gewesen, sich "gleichzuschalten" und gewissen Bedingungen zu unterwerfen.

 

Um die verhasste Hakenkreuzfahne auf dem Schützenplatz nicht zu hissen, machte Major H. Hesse den Vorschlag, weder die schwarz-weiß-rote, noch die schwarz-rot-goldene Fahne zu zeigen, sondern nur Fahnen in den Schützenfarben weiß-grün.

 

Nun war von der Kreisleitung der damalige Ortsgruppenleiter Babuke dem Vorstand als Mitglied aufgezwungen worden. Er, ein fanatischer Parteigenosse, hatte u. a. erklärt, den Schützenzug nicht in Schützenuniform, sondern in seiner Parteiuniform mitzumachen.

 

Der von Herrn Hesse gemachte Vorschlag kam ihm ganz ungeheuerlich und als äußerst beleidigend für die Partei vor. Ein Wort gab das andere, und das Ende war, dass die Partei es fertig brachte, dass Herr Hesse vor den Staatsanwalt zitiert wurde.

 

Nur seinem Verteidiger konnte er es verdanken, dass er mit einem Verweis davon kam, Dem andern Herrn aber war es nicht vergönnt, den Festzug mit seiner Uniform zu verschönern. Er wurde kurz vor dem Fest versetzt.



1937 - Fremde Herren auf dem Platz


Zum Schützenfest des Jahres 1937 erschienen eine Anzahl fremder Herren auf dem Platz, Es waren dies Gauleiter und Oberpräsident Terboven mit ca. 25 Herren in Zivil.

 

Sie kamen von einem Vergnügungsaufenthalt im oberen Sauerland durch Olpe, sahen den Fahnenschmuck und wollten sich nun auch das Schützenfest einmal ansehen. Auf dem Schützenplatz gerieten sie in große Aufregung, begannen zu schimpfen und zu skandalieren, sie hätten ein unverschämtes Eintrittsgeld bezahlen müssen und wüssten nicht das ihnen zustehende Freibier zu bekommen, da für sie keine Gläser, die bekanntlich jeder mitbringen muss, vorhanden wären.

 

Schützenmajor C. Jos. Harnischmacher trat auf die Herren zu, begrüsste sie und sagte:

 

"Meine Herren, ich sehe Sie sind fremd hier, darf ich mich um Sie bemühen ?". Da wurde er aber grob angefahren. "Was ist das für ein Saustall hier ? Nepp, Nepp, nichts wie Nepp, ein unverschämter Nepp !"

 

Sie ließen sich nicht aufklären und beruhigen und kehrten, nachdem sie ihr Eintrittsgeld zurückerhalten hatten, dem Platz den Rücken. Für den Schützenmajor aber kam das Nachspiel.

 

In scharfem Tone warf ihm der Kreisleiter der NSDAP vor, dass er die Herren nicht gebührend begrüßt und vier Herren, die das goldene Parteiabzeichen trugen, die ihnen zustehende Achtung versagt hatte.

 

Er mochte sich rechtfertigen wie er wollte, die Herren seien ihm unbekannt gewesen, die Parteiabzeichen unter den Staubmänteln nicht zu erkennen gewesen; der Kreisleiter zwang ihn, von seinem Posten als Schützenmajor zurückzutreten.